Lernen lernen: (1) Überblick schaffen mit der Cluster-Lernmethode
Gepostet am 21 Jan, 2012
Dies ist ein Gastbeitrag von Dr. Iris Kühnl. Frau Kühnl ist Diplom-Pädagogin und hat über Lernstrategien promoviert. Sie leitet die Ausbildung zum Lerntrainer bei www.wiblishauser-seminare.de .
Lernen lernen: Effektive Hilfen zum schnellen Merken von Daten und Fakten
Es gibt viel zu lernen – wenn man noch in die Schule geht, aber auch später. Ein Teil des Lernstoffes besteht aus Daten und Fakten. Aus diesem Grund zielt eine effektive Lernberatung immer auch darauf ab, den Lernenden Strategien, also Lernmethoden, an die Hand zu geben, die ihnen das Erlernen von Daten und Fakten deutlich erleichtern.
In vier Artikeln werden vier typische Lernfälle und eine jeweils dazu passende Lerntechnik vorgestellt. In allen vier Fällen handelt es sich um Lernaufgaben bzw. Lernprobleme, die jeder im Verlauf seines (Schul-)Lebens vielfach bewältigen muss. Ob jung oder alt, diese Lernaufgaben gehören zum schulischen Alltag und müssen regelmäßig bewältigt werden: Das erste Lernproblem widmet sich dem Schaffen eines Überblicks über das Stoffgebiet, das zweite dem Merken einfacher Zusammenhänge mit Merksätzen, im dritten Fall geht es um das Lernen von Definitionen und schließlich, im vierten Fall, um das Lernen von Gliederungen, z.B. für das Vortragen von Referaten.
- Überblick schaffen mit der Cluster-Lernmethode
- Einfache Zusammenhänge mit Merksätzen lernen
- Definitionen lernen mit allen Sinnen
- Gliederungen mit der Loci-Methode lernen
(1) Überblick schaffen mit der Cluster-Lernmethode
In diesem Artikel soll die Clustermethode vorgestellt werden. Um ein größeres Stoffgebiet zu lernen, benötigt man zuerst einen Überblick. In den Hefteinträgen von Schülerinnen und Schülern drückt sich das oft in den verschiedenen Überschriften aus. Es gibt eine „große“ Überschrift zu der Thematik und dann viele kleine, die den Stoff untergliedern. So kann das Thema Körperbau aus ganz verschiedenen Perspektiven betrachtet werden: Knochen, Muskeln, Funktionen der einzelnen Körperteile, genetische Entwicklung, Unterschiede zu anderen Lebewesen usw. Möchte man diesen Stoff lernen, so bietet es sich an, zuerst ein sogenanntes Cluster zu schreiben. Ein Cluster besteht aus einer einfachen Struktur: In die Mitte wird das Thema geschrieben, außen herum werden die einzelnen Aspekte angeordnet. Die Reihenfolge ist dabei unwichtig.
Die Vorgehensweise bei dieser Lerntechnik ist einfach. Dennoch sollten einzelne Aspekte beachtet werden. So bietet es sich an, zunächst das Thema in die Mitte zu schreiben und die Begriffe außen herum aus der Erinnerung zu sammeln. Erst in einem zweiten Schritt wird das Cluster dann an Hand der Heft- oder Bucheinträge vervollständigt.
Auf diese Art und Weise merken die Lernerinnen und Lerner schnell, was sie sich schon aus dem Unterricht oder dem vorangegangenen Lernen eingeprägt haben und was ihnen noch fremd ist. Daraus kann dann auch geschlussfolgert werden, welche Inhalte beim Lernen besonderer Beachtung bedürfen.
Ein Cluster hilft so, den Überblick über den Stoff zu gewinnen, es kann zum Lernen dieses Überblicks verwendet werden und es erleichtert die Organisation des Lernens, weil schon beim Schreiben deutlich wird, welche Teile des Themas noch besonderer Zuwendung bedürfen. Denn eines darf nicht vergessen werden: Wenn ein größeres Stoffgebiet erlernt werden muss, müssen die einzelnen Teilgebiete im Sinne einer Aufzählung erlernt werden. Nur auf diese Weise bleibt der nötige Überblick vorhanden.
Die weiteren drei Methoden werden demnächst hier publiziert.
P.S. Das gratis-e-book von Dr. Iris Kühnl “Lernerfolg durch Lerntraining” können Sie hier kostenlos downloaden
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