Methoden der momentanen Stressbewältigung (1)

StressmanagementVerschiedene Ansatzpunkte zur Stressbewältigung

Es gibt viele Möglichkeiten, etwas gegen Stress zu tun. Am besten sollte man es möglichst gar nicht so weit kommen lassen. Darum geht es bei der Stressprävention. Wer andererseits einen langen stressvollen Tag hinter sich hat, der sucht nach Wegen, sich wieder zu beruhigen, das Erlebte zu verarbeiten und schließlich wieder aufzutanken. Darum geht es bei den Methoden zur Regeneration und Erholung.
In diesem Beitrag soll es aber darum gehen, was man tun kann, wenn man gerade stark aufgeregt, gereizt, verärgert oder auch sehr verunsichert ist. Was hilft da?

Ich möchte Ihnen in Folgenden einige Möglichkeiten aufzeigen, die prinzipiell möglich sind. Natürlich passt nicht jede Methode für jede Situation.

Technik: Aus dem Raum gehen

Wenn Sie sich über jemanden ärgern, mit dem Sie gerade zu tun haben, dann können Sie (im Prinzip) selbst aus dem Raum gehen (oder auch den anderen auffordern, den Raum zu verlassen). Das Abbrechen des Kontakts ist natürlich auch ein Zeichen der Empörung und kann wiederum für den anderen verletzend sein, aber es ist trotzdem eine Methode, um zumindest kurzfristig (den eigenen) Stress zu reduzieren.
Wenn Sie einen anderen auffordern, den Raum zu verlassen, dann kann das nachträglich sicher noch mehr Stress erzeugen und setzt voraus, dass ein “Machtunterschied” existiert, und zwar zu Ihren Gunsten.

Die genannten Beispiele sind eher drastisch und wegen der möglichen Nachwirkungen nur sinnvoll, wenn dadurch noch größerer Stress vermieden wird. Also um z.B. Tätlichkeiten oder Beleidigungen zu vermeiden.

“innerlich” aus dem Raum gehen

Es ist aber das gleiche Prinzip, wenn Sie “innerlich” aus dem Raum gehen. Wenn Sie sich z.B. über etwas aufregen, das Sie gerade im Fernsehen sehen, dann können Sie “wirklich” aus dem Raum gehen, oder aber “nur” den Fernseher ausschalten, das Programm wechseln oder eine Unterhaltung zu einem völlig anderen Thema mit Ihrem Partner beginnen. D.h. Sie ziehen Ihre Aufmerksamkeit von dem ab, was Ihnen Stress macht und richten die Aufmerksamkeit auf etwas anderes.

alle Sinne einbeziehen

Je mehr Sinne Sie dabei einbeziehen, desto wirksamer ist diese Methode. Wenn Sie z.B. zwar nicht mehr die “fürchterlichen” Bilder aus dem Fernseher betrachten, aber immer noch den Ton dazu hören, dann mag der Stress reduziert sein, aber er trotzdem noch da. Wenn Sie aber das Programm wechseln, dann haben Sie andere Bilder und einen anderen Ton. Den gleichen Effekt haben Sie, wenn Sie den Fernseher ganz ausmachen.

Die Aufmerksamkeit auf etwas Entspannendes richten

Diesen beruhigenden Effekt können Sie nochmals steigern, indem Sie nicht nur auf allen Sinneskanälen die “negativen” Reize löschen, sondern diese durch “positive” Reize ersetzen. Also wenn Sie den Fernseher nicht nur ausmachen, sondern sich dann gleich ein besonders schönes Video ansehen. Oder Sie singen ein Lied, das Ihnen Freude macht oder Sie kraulen Ihren Hund oder machen beides gleichzeitig.

Zusammenfassung

Um kurzfristig Stress zu reduzieren, machen Sie folgendes:
- schauen Sie nicht mehr hin
- hören Sie nicht mehr hin
- gehen Sie innerlich aus dem Raum
- gehen Sie “wirklich” aus dem Raum / aus der Situation
- schauen Sie etwas an, das Sie gerne sehen
- hören Sie etwas an, das Sie gerne hören.

 

Bildquelle: bouclier validation ©Beboy – Fotolia.com

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